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Henna und Jagua
temporäre Tattoos und Design
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Margot F. Ibrahim - 2000/2017

Die Hennamalerin erzählt zum Blog-Thema: Henna in verschiedenen Ländern

BerberHände

 

“Bei den Berbern sind Tattoos Frauensache. Und die Frauen haben daraus eine große Kunst gemacht. Schade nur, dass die Kunstwerke aus Henna so schnell wieder verblassen. Es ist aber überall auf der Welt so, dass Frauen seltener Monumente für die Ewigkeit schaffen -
vielleicht, weil sie von der Vergänglichkeit des Lebens mehr wissen.”

Zitat aus Hennatattoos-einfach sinnlich, erschienen bei GU,
Margot F. Ibrahim und Ulaya Gadalla

Bei türkischen Hochzeiten sind feine Muster eher ungewöhnlich, da es hauptsächlich auf die rote Farbe ankommt, welche der Braut Glück bringen soll! Vielmehr werden die Fingerkuppen in Henna getaucht, und es wird ein Kreis in die Handfläche gemalt. In manchen Dörfen umwickelt die Schwiegermutter am Vorabend der Hochzeit Hände und Füße der Braut mit Wollfäden, die kunstvoll verknüpft sind. Darüber kommt der Hennabrei und färbt die frei bleibenden Hautpartien - vergleichbar mit der Batik-Technik.(Mein Selbstversuch zeigt, wie das ungefähr aussieht>>>).
Moderne Türkinnen haben die vielfältigen Muster und Ornamente für sich entdeckt und tragen diese mit großer Begeisterung!

Bat3xco

Tunesische Variante mit Henna und Harqus:
Die Hautpartien werden mit einer Pflasterschablone umklebt, in die Muster geschnitten sind. Das Hennapulver wird mit schwarzem Tee aufgebrüht und dick aufgetragen. Es muss mindestens 5 Stunden einziehen, noch besser über Nacht. Nach dem Entfernen werden die Ränder mit Harqus verziert. Die Färbung sieht wie Füßlinge aus, und die Fußsohlen sind danach absolut unempfindlich gegen heißen Sandboden! In Mahdia habe ich mir diese Technik von einer Freundin zeigen lassen, welche ich jedoch hier wegen des Aufwands und der Zeitintensität nicht anbieten kann! Aber versucht es doch mal daheim zusammen mit einer Freundin;-)

TunKollage

Landestypische Motive einzeln erklärt:
(von oben nach unten)
 

Indische Muster sind meist sehr schnörkelig und filigran, Flächen werden mit kleinen Füllmustern bemalt, ganz oft sieht man Paisley, Pfau, Initialen, den Gott Ganesha usw. dargestellt, welche der Trägerin Wohlstand, Gesundheit und Kinderreichtum bescheren sollen.

Saudiarabische Muster bestehen meist aus Blumen und Blättern, erscheinen eher üppig-barock und haben eine ähnliche Bedeutung wie oben. Da Frauen sich in der Öffentlichkeit nur verschleiert zeigen, bemalen sie sich gerne gegenseitig wenn sie unter sich sind aus Freude daran, sich zu schmücken.

Bei den Berbern in Nordafrika und in der Sephardischen Kultur überwiegen einfache, archaisch anmutende Zacken, Punkte und Striche, die man in der Teppichweberei und an vielen Gebrauchsgegenständen findet. Sie stellen stilisierte Motive aus der Natur dar. Oft sieht man die “Hand der Fatima” oder das “Hamsa”, wie es auch heißt, welches ein starkes Schutzsymbol besonders für Frauen und Mädchen ist. Viele ältere Frauen sind im Gesicht, an den Händen und am Körper tätowiert, was früher ein wichtiges Kriterium für eine gute Eheschließung war! Heute ist das Gegenteil der Fall: tätowiert zu sein ist “haram”, d.h. verboten, da Allah den menschlichen Körper unversehrt geschaffen hat und der Mensch ihn nicht verletzen soll.
Eine umso wichtigere Rolle nimmt die Bemalung mit Henna ein!

In afrikanischen Ländern wie z.B. dem Sudan bestehen die Muster meist aus Blättern, stilisierten Blumen und Früchten, welche auch ganz oft auf den farbenfrohen Stoffen zu finden sind. Die archaisch und doch auf eine Weise modern anmutende Art der Bemalung hat ihren ganz besonderen Reiz.

 

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