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Henna und Jagua
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Margot F. Ibrahim - 2000/2017

Die Hennamalerin erzählt zum Blog-Thema:
Henna, Jagua & Co. - färbende Substanzen zur Körperbemalung

Henna
Aus den getrockneten Blättern des Hennastrauches (Lawsonia inermis, Blutweiderich) wird ein Pulver hergestellt, welches mit heißem Wasser oder schwarzem Tee zu einem dicken Brei angerührt wird. Mit Henna werden seit Alters her Haare und Haut gefärbt. Traditionell wird die Hennamalerei im gesamten Orient, Teilen Afrikas und Asiens praktiziert.
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Jagua
Jagua (Genipa americana, Jenipapo, Huito, Caruto u.a.) ist ein Baum aus Süd- und Mittelamerika, deren Früchte den blau-schwarz färbenden Farbstoff enthalten. Traditionell findet Jagua bei den indigenen Völkern am Amazonas und im Regenwald zur Körperbemalung und als Insektenschutz seine Anwendung. Die Frucht ist essbar und wird zu Sirup, Schnaps und Marmelade verarbeitet. Aber auch in der Medizin im Regenwald gibt es vielfältige Anwendungsarten.
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Indigo
Indigo ist ein pflanzlicher Farbstoff aus der indischen Indigopflanze oder dem einheimischen Färberwaid. Der Farbstoff wurde bereits im Altertum gewonnen und in der Antike im gesamten Mittelmeerraum genutzt. Der Farbton ist dunkelblau bis violett. Die Anwendung ist relativ kompliziert, da Indigo wasserunlöslich ist und erst durch Reduktion und Oxydation durch Photolyse färbend wirkt. Für Denimstoffe wird heutzutage ein synthetisches Indigo verwendet. Henna entwickelt sich durch Wärme, Feuchtigkeit und mag sauer (Zitronensaft); Indigo verträgt maximal 60 Grad, muss sofort verwendet werden und mag eine alkalische Umgebung. Daher ist es schwierig, beide zu mischen.
Färbt man graues Haar zuerst mit Henna und danach mit Indigo, erhält man in der Regel einen dunkelbraunen Farbton. In manchen fertigen Naturhaarfarben ist Indigo ein Bestandteil neben Walnußschalen, Henna und anderen Bindestoffene

Bixa orellana
oder auch Urucum, Achiote oder Annattostrauch genannt, auf deutsch Orleanstrauch, Butterfarb, Stephanulrich oder Lippenstiftbaum. Der rote Farbstoff der Samen dient als Gewürz oder Lebensmittelfarbe, sowie zur Herstellung von Lippenstiften. Bei den indigenen Völkern dient die Farbe als Sonnenschutz, zur Insektenabwehr und für rituelle Körperbemalungen. Die Blätter werden als Heilmittel gegen Bronchitis und Augenentzündungen verwendet.
Im Gegensatz zu den anderen, o.g. Farbstoffen reagiert Bixa orellana nicht mit der obersten Hornschicht der Haut, färbt also nur oberflächlich, in der Tat vergleichbar mit einem Lippenstift. Annattoo wird oft in Kombination mit Jagua bei den indigenen Völkern am Amazonas verwendet (typisch schwarze und rote Bemalung im Gesicht und am Körper).

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Harqus
ist der Ruß aus verbrannten Gewürznelken und Galläpfeln, vermischt mit Eisenoxyd (nichts anderes als Rost und nicht giftig) und Sesamöl. Bei einer befreundeten Berberfamilie ließ ich mir die Prozedur der Herstellung zeigen und mich bemalen. Die dickflüssige, teerartige Masse wird mit Holzstäbchen aufgetragen, bleibt auf der Haut und bildet einen gummi-artigen Film, den man nach einer Weile abziehen kann. Darunter ist die Haut dann grau-schwarz gefärbt.

In Tunesien wird Henna wie auch Harqus zur Körperverzierung verwendet. Da die Herstellung bzw. der Bezug von Harqus viel zu aufwändig wären, biete ich diese Art der Bemalung nicht an.

Khidab
Die jemenitische Galltinte ist eine Substanz, welche durch Trockendestillation hergestellt wird. Ihre schwarze Farbe erhält sie durch Kupferoxyxd (giftig, kann Hautreizungen hervorrufen). Die Frauen im Jemen verwenden Khidab schon seit vorislamischer Zeit. Aber auch in Saudi Arabien und den Golfstaaten findet man diese Art der Bemalung, die oft mit Henna kombiniert wird. Man bekommt das Khidab als Brocken, welche fein zermahlen mit Salzlösung und Parfüm vermischt zur verbrauchsfertigen Tinte werden. Die Tinte wird mit einem Stäbchen oder Pinsel aufgemalt und verbleibt auf der Haut. Nach dem Trocknen mit Sesamöl betupfen, mit Talkumpuder bestäuben (verhindert das Verlaufen in die feinen Hautfältchen) und mit Kleenex und Frischhaltefolie über Nacht einwickeln. Khidab sollte die Möglichkeit haben, mit dem natürlichen Schweiß eine Verbindung einzugehen damit es besser hält.

Ich habe es getestet, möchte es aber aufgrund des giftigen Kupferoxyds nicht anbieten.

 

 

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Hennablätter und Blüte

Jaguabaum
Jaguabaum mit Früchten

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Fotoquelle: www.wikipedia.org/wiki/jenipapo

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Fotoquelle: www.wikipedia.org/wiki/indigopflanze

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Fotoquelle: www.wikipedia.org/wiki/Annatostrauch

IndigAnnatto
Fotoquelle: www.survivalinternational.de

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Zutaten für Harqus
Zubereitung über einem Berberstövchen und Bemalung
Berb1a

Berb2a

Khidab im SelbstversuchKhidabFolge